Ankunft in Sarajevo

Am 22. September 2017 stiegen wir in den Flieger nach Sarajevo. Wir werden für drei Wochen bei Familie Eisenring leben. Sie sind von OM (Operation Mobilisation) angestellt um in Bosnien kirchliche und soziale Projekte zu koordinieren.

Vor über einem Jahr haben Monika und ich angefangen darüber zu reden mit unseren Kindern in eine solche Arbeit in einer uns fremden Kultur einzutauchen. Wir wollten unseren Kindern den Horizont weiten und ihnen die Themen Kultur, Armut, Entwicklungshilfe und Kirche in anderen Kontexten näher bringen. Es war gar nicht so einfach ein passendes Angebot zu finden. Als Familie mit drei Kindern sind wir für die Leute vor Ort zuerst einmal ein ziemlicher logistischer Arbeitsaufwand. Eisenrings waren dazu bereit und bieten uns für unsere drei Wochen ein ideales Umfeld. Ihre vier Kinder sind ungefähr im gleichen Alter wie unsere und in ihrem Haus haben sie eine bequeme Wohnung frei, in der wir schon ganz gut eingerichtet haben.

Am ersten Tag starteten wir mit praktischen Arbeiten. Die Einfahrt zu Eisenrings Haus brauchte einen neune Belag. Hier konnten wir gleich richtig zupacken und mit Schaufel und Hacke mitarbeiten.

Am Sonntag besuchten wir die lokale protestantische Kirche. Eine kleine Minderheit in einem mehrheitlich muslimischen Umfeld. Wir waren um die 20 Personen im Gottesdienst. Unsere Kinder fühlten sich im separaten Kinderprogramm wohl und für uns Eltern übersetzte eine zweisprachige Frau die Predigt ins Ohr.

Zu Wochenbeginn gab’s auch einiges an Administration zu erledigen: Geld abheben, einkaufen, Anmeldekarte stempeln lassen und eine Tagesstruktur einspielen. Alles Dinge, die in einer fremden Kultur einiges an Energie brauchen. Für mich persönlich braucht jeder Gang in die Stadt eine Portion Mut. Eigentlich finde ich mich hier ja gut zurecht, aber der Nachbar am Ende der Sackgasse an der wir wohnen, züchtet eine Art von anatolischem Schäferhund. Das sind kräftige Tiere vom Kaliber eines Bernhardiners. Die Viecher haben mich mehr als ich mir das zugestehe eingeschüchtert und ich fragte mich zum ersten Mal, warum ich mich überhaupt auf das Abenteuer eingelassen habe. Meine Frau hat mich aber dann super darin gecoacht und auf der Metaebene das Thema angesprochen: Da sind immer Dinge, die uns in Leben verunsichern und Angst machen – eben darum brauchen wir das gesunde Gottvertrauen! Und ja, „Not lehrt beten!“, dieser Spruch hat auch was. Für mich ein erster Lernschritt hier in unserem Bosnienabenteuer.

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